Warum uns gesundes Essen nicht schmeckt

Warum uns gesundes Essen nicht schmeckt

Jannis Neumann     10. Juni 2016     8

Vor Kurzem musste ich mich an ein altes Gespräch mit einem Bekannten erinnern. Wir haben uns über die jeweiligen Ernährungsweisen ausgetauscht und sind am Ende beim selben Ergebnis gelandet, wie es für Gespräche dieser Art üblich ist.

Das Gegenüber hat sich vorgenommen ein paar Ernährungsgewohnheiten zu ändern und ich konnte nur wieder hoffen, dass diese Person das wirklich ernst meint (hat sie übrigens nicht).

Doch dieses mal war es nicht wie sonst. Dieses mal hatte mein Gesprächspartner ein Argument, auf welches ich selber erst einmal eine Antwort suchen musste. Es lautete ungefähr so:

Wenn Gemüse und Obst so wichtig für uns ist, warum schmeckt uns dann nur ungesundes Essen? Warum sollte das die Evolution zulassen?

Ja…warum sollte das die Evolution zulassen. Warum schmecken uns Pizza, Pommes, Snickers und Co.? 

Und warum mögen wir die Muttermilch eines anderen Lebewesens? 

Was ich damals geantwortet habe, kann ich nicht mehr genau sagen. Es war vermutlich irgendwas mit Geschmacksverstärkern und Aromastoffen. Trotzdem habe ich mich die letzten Tage noch einmal mit der Aussage auseinandergesetzt und habe ein kleines Konzept entwickelt, welches uns auch gesundes Essen wieder schmecken lässt.

Wo kommt ungesundes Essen eigentlich her?

Die Industrialisierung hat uns nicht nur ab-33€-Inlandsflüge und H&M-Filialen geschenkt, sondern auch Aromastoffe, Geschmacksverstärker und die ausgefallensten Verarbeitungsschritte unserer Grundnahrungsmittel. Beispiele?

Aus folgenden (Grund-)Nahrungsmitteln entwickelten sich in den letzten Jahrzehnten die verschiedensten industriell verarbeiteten Produkte.

Aus Kartoffeln wurden Chips, Pommes und Kroketten.

Aus Getreide wurde Weißbrot, Nudeln, Süßgebäck, Fettiges Gebäck und Mehl.

Gemüse wird nur noch als Beilage, stark erhitzt, angebraten, frittiert oder in Verbindung mit fettigen Soßen verzehrt und angeboten.

Zuckerrohr wurde zu Zucker, Süßigkeiten und Softdrinks verarbeitet.

Kakao, Nüsse, Oliven wurden zu Öl, Süßigkeiten und Schokolade. 

Es ist (wiedermal) nicht der natürliche Lauf der Evolution der es verbockt hat und uns ungesunde Lebensmittel so unwiderstehlich erscheinen lässt, sondern das bewusste Handeln der Menschheit selber. 

Wir sind völlig selbst Schuld. 

Jede Revolution, sei es Einstein mit der Atombombe oder Carl Benz mit dem ersten Automobil, birgt eben auch Schattenseiten. 

Aromastoffe, Geschmacksverstärker und ungesunde Verarbeitungsschritte haben unseren Geschmackssinn über Generationen hinweg überstrapaziert.

Überstrapazierung unserer Sinne – nichts neues

Der Müllabfuhr-Mann nimmt den Geruch des Biomülls anders wahr als der Steuerberater, der seinen Müll mit zugehaltener Nase vor die Türe bringt. 

Auch Heavy-Metal Fan Helmut hat eine andere Wahrnehmung von „lauter Musik“ als Yoga-Fan Yennifer. Und auch Bauarbeiter Bernd unterscheidet sich mit einem seiner Sinne zu seinem 8 Jahren alten Sohn Sören: seinem Tastsinn.

Es ist also nichts neues, dass sich unsere Sinne den gegebenen Umständen anpassen. So eben auch unser Geschmackssinn.

Der Geschmackssinn hat einen riesen Vorteil den anderen Sinnen gegenüber. Er kann sich nahezu vollständig regenerieren.

Und wie das funktioniert kommt jetzt.

Die Geschmacksregeneration – nach ein paar Wochen schmeckt einem wieder Blumenkohl

Zwei bis Vier Wochen sollte man sich Zeit nehmen. 

In diesem Zeitraum dürfen nahezu ausschließlich nicht industriell verarbeitete Lebensmittel und Rohkost verzehrt werden. „Extreme Zubereitungsmethoden“ in der Küche, wie stark anbraten, frittieren und über 150° Backen, sollten ebenfalls gemieden werden.

Erlaubte Zubereitungsmethoden sind:

  • Dampfgaren
  • Kochen
  • Dünsten
  • Backen

Zugelassene Lebensmittel:

  • Kartoffeln und Süßkartoffeln
  • Gemüse
  • Obst
  • Hülsenfrüchte
  • Vollkorngetreide
  • Nüsse, Samen und Kerne
  • Wer nicht darauf verzichten kann: Unverarbeitete(!) tierische Produkte
  • In Maßen: Pflanzliche Öle zum Andünsten und für Salate
  • Salz und Pfeffer zum Würzen

Während dieser Zeit sollte man sich bei jeder Mahlzeit satt essen. 

Die Geschmacksregeneration stellt keine Diät dar, auch wenn man sehr wahrscheinlich in diesen Zwei bis Vier Wochen Gewicht verlieren wird. Den Grund dafür kann sich Jeder aus folgendem Bild selbst erschließen.

Jeder Teller zeigt 200 Kilokalorien.

Quelle des Bildes: http://blog.myfitnesspal.com/healthy-bites-want-to-know-what-200-calories-looks-like/

Nach den zwei bis vier Wochen

Natürlich ist man nach dieser Zeit nicht „geheilt“. Ein Snickers bleibt ein Snickers und auch der Käsekuchen der Oma schmeckt weiterhin super. 

Der Sinn dieser Regenerationskur ist es auch nicht, nie wieder ungesunde Lebensmittel zu essen, sondern gesunde Lebensmittel wieder zu einer Basis werden zu lassen. 

Du wirst überrascht sein wie gut die ganzen gesunden Sachen schmecken können (und wie erfinderisch man mit gegebenen Mitteln wird).

Ich hoffe dieser Artikel hat dir gefallen! Wenn du erfahren möchtest, welche Lebensmittel erwiesenermaßen Krankheiten vorbeugen, wann du was essen solltest um leichter abzunehmen und wie du schnell und einfach super gesund kochen kannst, dann schaue doch mal bei meinem kostenlosen Ernährungskurs vorbei!  

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8 Kommentare

  • Ich habe vor etwa 3 Monaten eine Ernährungsumstellung gemacht. Am Anfang war das natürlich HORROR für mich. Aber mit der Zeit gewöhnen sich meine Sinne an gute Kost.
  • Hey Bella,

    Aller Anfang ist schwer!

    Aber irgendwann wird die ungesunde Ernährung so abwegig, wie es einst die gesunde war ;)

    Liebe Grüße
    Jannis
  • Gesundes Essen (Gemüse) muss in der Regel nur gut gewürzt werden, dann schmeckt es auch :)
  • Hey Annabell,

    da gib ich dir voll und ganz recht ;)

    Liebe Grüße
    Jannis
  • Klingt gar nicht so schlecht, das könnte man glatt probieren!
    Bei uns durfte sich ein Großteil der industriell verarbeiteten Lebensmittel aufgrund meiner ersten Schwangerschaft verabschieden. Mein Geruchssinn war in der Zeit stark verbessert und schwächte sich bisher nur unwesentlich ab.
    Tja und wenn der Koch gewiße Dinge nicht riechen kann, dann "muss" der Rest der Mannschaft halt mitziehn.
    Gerade mit Kindern sehe ich darin aber keinen Nachteil.
    He, was gibt es besseres als zu sehen, als das die Ofenpommes aus den Supermarkt verschmäht werden und die Weiber sich stattdessen an den selbstgemachten Süßkartoffelpommes satt essen.
    Oder man einen abgefressenen Apfelgriebsch auf den Küchentisch findet oder, wie gestern Abend, Mini alles liegen lässt und nur selbstgemachten Gurkensalat (mit Gurken die sie selbst angepflanzt hat) futtert.
  • Ersteinmal Danke für dein Kommentar!
    Gerade bei deinen Kindern ist das bestimmt kein Nachteil. Irgendwann kommt man als Kind leider immer mit den "üblichen" Süßigkeiten in Kontakt. Da man in diesem Alter einzig und allein emotional seine Lebensmittel wählt, wird leider auch schnell die Kinderschokolade dem Apfel vorgezogen. Das ist in mit unserer Gesellschaft (und unseren Supermärkten) unvermeidbar. Trotzdem: Selbstgemachten Süßkartoffelpommes kann niemand widerstehen ?

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